~ Bavarian Lions Cup, 3. Oktober 2006 ~
Degerndorf/Wolfratshausen (D)

Schon anfang August hatte ich zum Workingtest "Bavarian Lions Cup" in Deutschland gemeldet, der an meinem letztem Ferientag staffinden würde. Degerndorf ist für mich einiges näher als so manches Ziel in Österreich, und die Dummy A Prüfung haben wir ja auch genau deshalb abglegt. Einsteiger-/ Schnupperklassen sind in Deutschland nämlich nicht Standard, und ohne Dummy A (oder einer bestandenen Klasse L) hätte ich nicht starten dürfen.

Eigentlich begann der Tag schlecht: Ich verschlief ganz schlimm, woraufhin meine Mutter beschloss mit mir zu fahren. Schon im Auto telefonierte ich mit der Sonderleitung (hier nochmal meinen herzlichen Dank and Frau Christoph, die auch um 6:30 morgends bester Laune war). Kein Problem, ich war der vorletzte Starter in meiner Gruppe und würde nicht vor 9:00 Uhr drankommen, das würde schon gehen. Es ging dann auch, mit noch ein paar Hunden als "Polster". Es gab drei Stationen, wobei es auf jeder Station 2 Dummies gab, dass je 20 Punkte wert war (also 40 Punkte pro Station).

Die Organisation des Lions Cup war vorzüglich. Die Wegweise im Wald waren leicht zu sehen, und der Weg so erdacht, dass man nicht mitten in Übungen lief, wenn man von einer zur nächsten Station ging. Sogar einen Imbiss gab es zu Mittag. Abends gab es Ergebnislisten zum mitnehmen für alle Starter. Leider konnte ich nicht bis zum Abend bleiben, da ich wieder mit meiner Mutter nach Hause fahren musste - aber ich fuhr mit breitem Grinsen nach Hause:

Wir haben BESTANDEN!!
Mit 108/120 Punkten und dem Prädikat "sehr gut" holten wir uns den 11. Platz

~ Aufgabenbeschreibung der Anfängerklasse (=L) ~

Unsere Reihenfolge: 2 - 3 - 1

Station 1: Eva Berg, D
Im Wald. Vor dem Team ist eine kleine Mulde, in der etwas Bewuchs und Altholz ist. Danach schließt ein kleines Suchengebiet an, eventuell so 3 x 3 Meter - aber in einer Art dreieckigen Form zwischen 3 Tannen. Darin liegen drei Tannen. Am Rechten Rand des Suchengebietes steht der Helfer, der einen Schuss Richtung Suchengebiet abgiebt. Dann wird der Hund zur Suche geschickt und sollte ein Dummy holen. Als der Hund wieder zurück war, drehte man sich leicht nach Rechts (etwa 45°) und seitlich fiel unter der Abgabe eines Schusses noch eine Markierung (schätzungsweise 30 Meter?), die der Hund zu arbeiten hatte.
Nando hat brav gesucht, die Enge des Suchengebietes war ihm aber nicht vertraut und ich glaube es stiegen im viele Dummies in die Nase (wir waren der vorletzte Hund bei dieser Aufgabe, da mussten schon einige Dummies gelegen haben. Das Mark hat er leicht überrant, daher der Abzug.
Hier erreichte Nando 16/20 (Suche) und 18/20 (Mark) Punkten = 34/40

Station 2: Malou Marx, GB
Eine Doppelmarkierung im Winkel 45°, ebenfalls im Wald. Erst fiel eine Markierung mit Schuss an den Waldrand, aber in Bodenbewuchs (sobald das Dummy lag war es nichtmehr sichtbar). Dann drehte man sich nach rechts, und über einen doch ziemlich tiefen Graben hinweg fiel eine zweite Markierung auf den Hang. Prinzipiell durfte man entscheiden wo der Hund hingeschickt werden durfte, aber Malou Marx meinte es wäre vernünftiger das zweite Dummy zuerst zu arbeiten (ist ja auch klar, durch die Mulde war es das Schwerere, und außerdem hatte man so ein Mark, ein Memory, während es sonst zwei Memory gewesen wären). Ich würde sagen beide Markierungen waren so 20-30 Meter, aber es ist schwer zu schätzen.
Nando hat das Mark praktisch punktgenau gearbeitet und beim Memory sehr nahe um die Fallstelle gesucht.
Hier erreichte Nando daher 2x 20/20 = 40/40

Station 3 - Daniel Marx, GB
Im Wald, in einer recht breiten Mulde, in der auch ein kleines Mini-Bächlein war, mehr so ein Graben (richtig geflossen ist das nicht). Man geht gerade den Graben entlang auf einem kleinen Pfad. Dann fällt etwa 20 Meter vor dem Team mit Schuss eine Markierung auf der anderen Seite des Bächleins. Diese sollte vom Hund gearbeitet werden. Als der Hund zurück kommt, fällt links hinter dem Team mit Schuss eine ganz flache Markierung "als flüchtender Hase" in den Bodenbewuchs. Diese war danach zu arbeiten.
Hier war ich extrem stolz auf meinen Buben. Er hat zwar das erste Mark nicht so gut gehalten (und Daniel fand, ich handelte zu früh - was stimmte). Wir haben noch etwas Probleme, denn Nando springt zwar nicht ein, setzt sich aber bei Walk-Ups nicht so schnell, immer nur so halb. Und ich kann es da immer schwer einfordern, bzw. muss das daheim üben, denn wenn ich ihm "Sit" sage, dann schaut er mich an, und sieht unter umständen das Mark NICHT! Aber defintiv noch eine Baustelle.
Jedenfalls arbeitet Nando das Mark, und als er zurück kam, und der zweite Schuss fiel, blieb er stocksteif stehen, markierte das zweite Dummy und kam dann mit dem Ersten zu mir. Soweit ich gehört habe war Nando einer der wenigen Hunde, die das zweite Dummy wirklich markierten, manche haben es gar nicht gesehen, einige nur aus dem "Augenwinkel". Jedenfalls war ich total stolz auf meinen Buben, besonders, da wir ja bei einer ähnlichen Aufgabe in Laxenburg nicht bestanden haben. (Die Aufgabe in Laxenburg war noch schwerer, da der Hund sich hätte während des Apports zum 2. Mark umdrehen, trotzdem freut es mich sehr, dass Nando die Aufgabe diesmal so schön gemacht hat.)

Hier erreichte Nando 14/20 (erstes Mark, wegen des Handlings) und 20/20 (flüchtender Hase) Punkten = 34/40

Fazit: Wenn ich Zeit habe und ein Plätzchen für uns frei ist kommen wir nächstes Jahr wieder!